Der Grinder®: die effizienteste Aufzugstechnologie aller Zeiten
Mehr als ein Jahrhundert lang galt der automatische Aufzug als ein bereits gelöstes Problem. Das Prinzip hatte sich auf eine einfache Lösung eingependelt: Bewegt sich der Träger, schwingt ein halbkreisförmiger Rotor und spannt die Zugfeder. Es folgten Verfeinerungen. Lager wurden verbessert, die Reibung verringert und beidseitig aufziehende Systeme entwickelt. Die grundlegende Architektur änderte sich jedoch kaum. Nicht, weil sie niemand hätte verbessern können, sondern weil über ein Jahrhundert lang niemand einen Grund hatte, sie grundsätzlich infrage zu stellen. Bis zum Freak. Als Ulysse Nardin eine automatische Version seiner radikalsten Uhr entwickeln wollte, entdeckte die Manufaktur etwas, das die Branche über Generationen stillschweigend akzeptiert hatte: Herkömmliche automatische Aufzugssysteme verschwenden überraschend viel Energie. Bei den meisten Uhren spielt diese Ineffizienz kaum eine Rolle. Beim Freak veränderte sie alles.
Eine Uhr, die den automatischen Aufzug selbst infrage stellte
Mit seiner Einführung im Jahr 2001 schrieb der Freak die Regeln der Uhrmacherei neu.
Seine revolutionäre Architektur ersetzte traditionelle Zeiger durch das Uhrwerk selbst. Jede Stunde dreht sich der gesamte Mechanismus als Teil der Zeitanzeige einmal über das Zifferblatt. Eine nahezu zwei Meter lange Zugfeder bot sieben Tage Gangreserve und wurde manuell über den Gehäuseboden aufgezogen. Es war ein mechanisches Manifest – und zugleich eine Herausforderung, der sich keine herkömmliche Automatikuhr zuvor stellen musste.





Jahre später, als Ulysse Nardin die Idee eines automatischen Freak untersuchte, stellten die Ingenieure schnell fest, dass herkömmliche Selbstaufzugssysteme nicht für eine solche Uhr ausgelegt waren. Da das Uhrwerk selbst die Zeit anzeigt und sich das gesamte Karussell einmal pro Stunde dreht, benötigt der Freak deutlich mehr Energie als eine konventionelle Uhr. Die Herausforderung war damit klar: Nicht der Freak musste sich anpassen, sondern der automatische Aufzug.
Eine offen verborgene Grenze

Den automatischen Aufzug neu erfinden
Der Grinder wurde 2017 mit der Konzeptuhr Freak InnoVision 2 vorgestellt und zählt zu den bedeutendsten Neuentwicklungen des automatischen Aufzugs in der modernen Uhrmacherei. Er wurde entwickelt, um aus jeder Handgelenkbewegung mehr Energie zu gewinnen, und beseitigte eine der letzten verborgenen Einschränkungen des Automatikaufzugs. Zum ersten Mal konnte Ulysse Nardin den Freak automatisieren, ohne die revolutionäre Architektur der Uhr zu beeinträchtigen.
EntdeckenEr verbesserte den automatischen Aufzug nicht nur – er machte den automatischen Freak überhaupt erst möglich. Die meisten Uhrmacher hätten versucht, die bestehende Lösung zu optimieren. Ulysse Nardin wählte einen anderen Weg. Statt zu fragen, wie sich ein traditionelles Aufzugssystem verbessern ließe, stellten die Ingenieure eine grundlegendere Frage: Wie viel Bewegung des Trägers geht tatsächlich verloren? Der Grinder wurde entwickelt, um möglichst viel dieser verlorenen Energie zurückzugewinnen.
Auf den ersten Blick ist der Unterschied bereits sichtbar. Anstelle eines traditionellen Schwunggewichts nutzt der Grinder einen peripheren Rotor mit etwa 50 Prozent mehr Masse. Mehr Masse bedeutet höhere Trägheit. Selbst kleine Handgelenkbewegungen erzeugen einen stärkeren mechanischen Impuls, sodass das System effizienter auf alltägliche Bewegungen reagiert. Der eigentliche Durchbruch liegt jedoch darunter.
Die Lücke bei der Energiegewinnung schließen
In einem herkömmlichen System übertragen zwei Sperrklinken die Energie vom Rotor auf die Zugfeder. Da die Abstände zwischen den Eingriffspunkten relativ groß sind, erzeugen kleine Handgelenkbewegungen häufig keinen wirksamen Aufzug. Der Grinder reduziert diese Verluste deutlich. Vier federbelastete Sperrklinken statt zwei vervielfachen die Eingriffsmöglichkeiten und erfassen Energie aus wesentlich kleineren Bewegungen. Bevor ein wirksamer Aufzug beginnt, ist weniger Weg erforderlich.
Stellen Sie sich vor, Sie fahren ein Fahrrad, bei dem Sie pro Umdrehung nur an zwei Punkten Kraft übertragen können. Dazwischen hält allein der Schwung das System in Bewegung. Stellen Sie sich nun vor, diese Eingriffspunkte zu vervielfachen. Die Kraft wird häufiger übertragen, weniger Aufwand geht verloren und die Effizienz steigt. Der Grinder folgt demselben Prinzip und vervielfacht die Eingriffsmöglichkeiten, um Energie selbst aus kleinsten Handgelenkbewegungen zurückzugewinnen. Nicht indem er mehr Energie erzeugt, sondern indem er deutlich weniger davon verschwendet.

Vom Meer inspiriert
Doppelte Effizienz

Mehr als ein Aufzugssystem
Der durch mehrere Patente geschützte Grinder verkörpert eine Philosophie, die Ulysse Nardin seit Generationen leitet: die Grenzen der mechanischen Uhrmacherei durch Innovation zu erweitern.








