Siliziumtechnologie

Pionierarbeit für die Zukunft der Uhrmacherkunst
Mit der Verwendung von Siliziumkomponenten, die die Präzision, Robustheit und Leistung unserer Zeitmesser erhöhen, hat Ulysse Nardin die Uhrmacherei revolutioniert. Mit Innovationen in der Siliziumtechnologie setzen wir laufend neue Maßstäbe für die Präzision und Langlebigkeit von Uhren.

Im Jahr 2001 schrieb die revolutionäre Freak von Ulysse Nardin als erste Uhr mit Siliziumhemmung Geschichte und läutete eine neue Ära der Uhrmacherkunst ein.
Silizium, ausgewählt wegen seiner Langlebigkeit, seines geringen Gewichts und seiner Magnetresistenz, ist zu einem Eckpfeiler der Innovationen von Ulysse Nardin geworden. Sigatec, ein Tochterunternehmen von Ulysse Nardin und Mimotec mit Sitz im schweizerischen Sion, entwickelt und fertigt Komponenten aus Silizium wie Unruhen, Spiralfedern und Hemmungen.
Diese mit einer Präzision im Mikrometerbereich maßgefertigten Stücke gewährleisten eine unvergleichliche Qualität, Leistung und Langlebigkeit, die durch eine 10-jährige Garantie auf die Siliziumkomponenten abgedeckt ist. Im Jahr 2007 ließ Ulysse Nardin im Rahmen seines kontinuierlichen Innovationsstrebens zudem DIAMonSIL® patentieren, eine bahnbrechende Oberflächenbeschichtung aus Silizium und synthetischem Diamant. Dieses innovative Material erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Stöße und Abrieb und optimiert zugleich die Gesamtleistung. DIAMonSIL® ist damit Ausdruck unserer Entschlossenheit, die Grenzen der Uhrmachertechnologie stetig zu erweitern.

Das Verfahren zur Herstellung von Siliziumkomponenten

Vorbereitung des Materials
Silizium ist ein Halbmetall, das heißt ein chemisches Element, das einem Metall ähnelt, ohne all seine Eigenschaften zu besitzen, insbesondere nicht die Härte. Sigatec verwendet Silizium in Form von Wafern – Scheiben mit einem Durchmesser von rund 15 cm und einer Dicke von wenigen Zehntel Millimetern. Die Wafer werden aus Siliziumkristallbarren gefertigt, die in Schmelzanlagen synthetisch hergestellt werden. Diese Barren, die bis zu zwei Meter hoch sein können, bestehen aus einem einzigen Kristall, wodurch ein hochwertiges, perfekt homogenes Material gewährleistet ist. In den Schmelzanlagen wird der Siliziumkristall zu Wafern geschnitten. Die Wafer werden poliert, um sie für das komplexe Ätzverfahren vorzubereiten.

Reaktives Ionentiefenätzen (Deep Reactive Ion Eching, DRIE)
DRIE ist ein Ätzverfahren, das in einem Reinraum durchgeführt wird, um absolute Präzision zu gewährleisten. Die Wafer werden zunächst mit einem lichtempfindlichen Epoxidharz beschichtet. Durch eine aufgesetzte Fotomaske hindurch werden sie mit UV-Licht belichtet, wobei das lichtempfindliche Harz selektiv bestrahlt wird, um so die gewünschten Formen auf den Wafer zu übertragen.

Plasma und Ionenbeschuss
Nun folgt die Phase der Tiefengravur oder Ätzung. Der Wafer mit den geometrischen Formen für die gewünschten Komponenten wird in zwei Plasmamaschinen eingesetzt. In dem geschlossenen Tank herrscht ein nahezu vollständiges Vakuum. Nacheinander werden mehrere Flüssigkeiten eingefüllt. Durch diese Abfolge von Mikroschichten erreicht das Silizium die gewünschte Dicke. Um komplexe mehrlagige Teile zu erhalten, können auf demselben Wafer in verschiedenen Fertigungsstufen mehrere Masken aufgebracht werden. Dann werden die Wafer aus der Plasmamaschine entnommen, durch eine neue Maske hindurch bestrahlt und wieder in die Ätzmaschine eingelegt. Die erreichte Geometrie weist in jedem Fall eine Genauigkeit von ±2 Mikrometern auf.

Endbehandlung
Sobald der Wafer geätzt ist, wird das verbleibende Epoxidharz sorgfältig entfernt. Nun folgt die letzte Phase des Verfahrens. In einem Ofen, der mit Gasen gefüllt und genau auf bestimmte, geheim gehaltene Temperaturen erhitzt wird, bildet sich auf der Oberfläche der Komponenten eine Schicht aus Siliziumdioxid. Dadurch härten die Teile aus und erhalten gleichzeitig die gewünschte Stabilität gegenüber Temperaturschwankungen. In diesem Stadium nehmen die Bauteile auch ihre endgültige Farbe an, die zwischen hellem Violett und Schiefergrau variiert. Optional können die gefertigten Komponenten mit monokristallinem Diamant beschichtet werden, dem sogenanntem Diamonsil®.

Die Energiebilanz
Beim DRIE-Verfahren und anderen Stufen der Siliziumfertigung werden große Mengen Energie verbraucht. Sigatec hat daher ein auf geothermischen Bohrungen basierendes System eingeführt, um den Energieverbrauch und die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern.