„Ulysse-Klassiker“: Die Freak 2001

Die Freak, die im Jahr 2001 unter der Leitung des Visionärs Rolf Schnyder vorgestellt wurde, war der kühnste Bildersturm in der Geschichte der modernen Uhrmacherkunst.

Freak 2001 Zifferblatt aus der Nähe betrachtet

Die Einführung der Freak auf der Basler Messe 2001 versetzte die Uhrenwelt in Aufruhr. Sie wurde am Stand von Ulysse Nardin mit überwältigender Begeisterung aufgenommen. Schon im Vorfeld hatte es Gerüchte über eine Uhr gegeben, die alle vorgefassten Meinungen über die traditionelle Haute Horlogerie über den Haufen werfen würde. Eine Uhr mit einem Werk, das von dem erfüllt war, was die alten Griechen anima nannten, und das zum Leben zu erwachen schien, um sich im Gehäuse zu drehen und auf diese Weise die Zeit anzuzeigen, als wäre es ein lebendiges, fühlendes Wesen.

  • Präsentation der Freak 2001 – Schnyder und Oechslin mit Fasnachtsmasken
  • Präsentation der Freak 2001 – Oechslin mit Fasnachtsmaske

Messe Basel 2001

Die Freak 2001 an einem Handgelenk

DIE ERSTE IHRER ART

Was macht die Freak so einzigartig? Sie ist die erste Uhr, bei der sich das Uhrwerk dreht, um die Zeit anzuzeigen. Das Federhaus, sozusagen der Tank der Uhr, in dem sich die mächtige Triebfeder befindet, absolviert alle 12 Stunden eine volle Umdrehung. Es ist mit einem zentralen Trieb verbunden, der dafür sorgt, dass die Brücke mit dem Räderwerk eine Umdrehung pro Stunde entlang des Gehäuserands vollführt.

Das ist das berühmte orbitale, fliegende Ein-Stunden-Karussell der Freak. Am Ende der Brücke sind die Hemmung, die Spiralfeder und die Unruh der Freak angebracht. Sie pulsieren lebendig direkt vor Ihren Augen, wie das schlagende Herz der Uhr.

Nahaufnahme einer Freak 2001

EIN EINZIGARTIGES KONZEPT

Jedes Schlüsselkonzept, das die Uhrmacherkunst des neuen Jahrtausends definiert, geht letztlich auf die Freak zurück. Die Idee, völlige Transparenz zu schaffen, durch die Uhr hindurchsehen zu können, stammt von der Freak.

Das Konzept des Uhrwerks als Kunstform, bei der das Werk sich in seiner ganzen Pracht offenbart und zum Star wird, stammt von der Freak. Die Idee, die Messung der bürgerlichen Zeit in kinetische Kunst zu verwandeln, stammt von der Freak.

Für mich war die Freak der erste und bedeutendste Akt der modernen Uhrmacherkunst. Sie war eine Uhr, deren Hauptzweck darin bestand, einen emotionalen oder künstlerischen Ausdruck von Zeit zu vermitteln.

Michael Tay
Gehäuseboden einer Freak 2001

SILIZIUM – EIN TECHNOLOGISCHER DURCHBRUCH

Die Freak von Ulysse Nardin genießt Pionierstatus als die erste Luxusuhr, bei der Silizium verwendet wurde, und zwar in Form von zwei Rädchen, die ungefähr die Größe von Stecknadelköpfen hatten. Dies waren die beiden Räder der Dual Direct-Hemmung, die der geniale Uhrenkonstrukteur Dr. Ludwig Oechslin erfunden hatte.

Oechslin hatte sich dabei wiederum von der berühmten Échappement naturel von Abraham-Louis Breguet inspirieren lassen, einer Hemmung, die nicht mehr geschmiert werden musste. Da das Herz der Freak für alle sichtbar unter dem Saphirglas schlug, hielt Schnyder sie für die ideale Uhr, um die neue Hemmung vorzustellen. Das Problem war allerdings, dass die verflixten beiden Stahlräder im Vergleich doppelt so viel Energie verbrauchten wie die einer traditionellen Schweizer Ankerhemmung.

Die Freak 2001 vor dunklem Hintergrund

PIONIER IN SACHEN SILIZIUM

Ulysse Nardin experimentierte deshalb mit einer Reihe anderer Materialien, wie etwa Aluminium. Bekanntlich hatte die Marke die Hoffnung beinahe schon aufgegeben, als Pierre Gygax mit der scheinbar verrückten Idee kam, Silizium zu verwenden. Rolf Schnyder sagte dazu vor Jahren in einem Interview: „Mir war klar: Wenn wir den Weg der traditionellen Uhrmacherkunst einschlagen würden, würden wir niemals mit den etablierten Marktführern mithalten können, die seit Jahrhunderten großartige komplizierte Uhren herstellten. Ich brauchte etwas, um mich über die Konkurrenz hinwegzusetzen und mit einer ganz neuen Technologie an die Spitze zu gehen. Als ich Silizium sah und sein ganzes Potenzial für die Uhrmacherkunst erkannte, wusste ich, dass das unsere Chance war. “

Mit der Integration der Siliziumtechnologie in die beiden Zahnräder der Hemmung der Freak, die für jeden sichtbar direkt unter dem Saphirglas der Uhr aufblitzten, tat Schnyder mutig einen Schritt in eine Richtung, in die sich noch keine Uhrenmarke je gewagt hatte.

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